Importpreise steigen so stark wie seit zwei Jahren nicht – Süßigkeiten besonders betroffen

Die Preise für nach Deutschland importierte Güter haben sich im Februar so stark verteuert wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr – auch wegen eines kräftigen Anstiegs der Kosten für Nahrungsmittel. Die Einfuhrpreise legten im Jahresvergleich um 3,6 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der höchste Anstieg seit Januar 2023 mit 5,3 Prozent. Analysten hatten nun im Schnitt eine Rate von 3,3 Prozent erwartet.

Im Monatsvergleich legten die Importpreise im Februar um 0,3 Prozent zu, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Im Monat zuvor hatte die Teuerung 3,1 Prozent betragen.

Da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, kommen höhere Einfuhrpreise verzögert auch bei der allgemeinen Inflation an. Im Januar und Februar lag die Teuerungsrate für Verbraucher bei jeweils 2,3 Prozent. Für März will das Statistische Bundesamt am Nachmittag eine erste Schätzung veröffentlichen.

Besonders stark verteuerten sich im Februar importierte Nahrungsmittel. Diese kosteten 11,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mehr bezahlt werden musste vor allem für Süßwaren (ohne Dauerbackwaren): Hier gab es einen Aufschlag von 61,7 Prozent. Auch Orangensaft (+40,1 Prozent), Apfelsaft (+33,6 Prozent), Geflügelfleisch (+27,2 Prozent), Rindfleisch (+20,7 Prozent) sowie Milch und Milcherzeugnisse (+13,7 Prozent) wurden teurer aus dem Ausland eingeführt.

Kakaopreis verdoppelt

»Bei den Süßwaren lag die Teuerung hauptsächlich an den gestiegenen Preisen für Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl«, fanden die Statistiker heraus. Hier zogen die Preise um 119,4 Prozent an, haben sich also binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Hinzu kamen höhere Preise für Schokolade und andere Süßwaren (+34,7 Prozent).

Auch viele importierte landwirtschaftliche Güter kosteten mehr als im Februar 2024. So verteuerte sich Rohkakao um 76,4 Prozent. Für Energie musste 9,8 Prozent mehr bezahlt werden. Dabei stiegen die Einfuhrpreise für elektrischen Strom um 111,7 Prozent, für Erdgas um 40,5 Prozent. Mineralölerzeugnisse wie Benzin verbilligten sich hingegen um 6,8 Prozent.

Die Einfuhrpreise haben Einfluss auf die Verbraucherpreise, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet. Weil sich die Teuerungsrate im vergangenen Jahr dem Zielwert der EZB von mittelfristig zwei Prozent angenähert hatte, vollzogen die Währungshüter Anfang Juni 2024 die Zinswende nach der großen Inflationswelle und senkten seitdem mehrfach die Leitzinsen.

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