ExoMars heißt das Mars-Programm der Esa, das 2016 mit dem Launch des Trace Gas Monitors begann und 2028 mit der Entsendung eines Rovers auf die Marsoberfläche fortgesetzt werden soll. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus wurde nun mit dem Bau von Schlüsselsystemen für den ExoMars-Lander beauftragt, der den nach der britischen Wissenschaftlerin Rosalind Franklin benannten Rover sicher auf dem Mars absetzen soll. Wie der Rover soll auch die Plattform im britischen Stevenage entwickelt werden, teilte das Unternehmen mit.
»Nach dem Eintritt und dem Abstieg durch die Marsatmosphäre und einer bremsunterstützten Fallschirmphase wird die von Airbus bereitgestellte Landeplattform eine sichere Landung auf der Marsoberfläche gewährleisten«, hieß es in der Mitteilung von Airbus. Dazu gehöre die Landestruktur, ein großes Antriebssystem für den letzten Bremsschub und das Fahrwerk, das beim Aufsetzen für Stabilität sorge. Zwei Rampen auf gegenüberliegenden Seiten sollen demnach sicherstellen, dass der Rover mit dem kleinstmöglichen Risiko auf die Marsoberfläche fahren könne.
Die Landung auf dem Mars gilt als besonders anspruchsvoll. Die Airbus-Plattform muss den Rover sowohl vor der Hitze bei der Reise durch die Marsatmosphäre schützen als auch die enorme Geschwindigkeit vor dem Aufsetzen auf der Oberfläche mindern. Das ExoMars-Landesystem müsse die Landeplattform von 45 Metern pro Sekunde am Ende der Fallschirm-Abstiegsphase auf weniger als drei Meter pro Sekunde vor dem Aufsetzen mithilfe von Retro-Raketen abbremsen, hieß es dazu in der Airbus-Mitteilung.
Der europäische Marsrover soll nach vergangenem oder gegenwärtigem Leben auf dem roten Planeten suchen. Er ist nach Airbus-Angaben der erste Rover, der Proben aus zwei Meter Tiefe unter der Oberfläche analysieren kann. Starten soll die Marslandemission der Europäischen Weltraumorganisation 2028 mit einer von der US-Raumfahrtbehörde Nasa bereitgestellten Trägerrakete. Die Landung ist für 2030 geplant. Geleitet wird die Mission von Thales Alenia Space (TAS), einem Joint Venture der Rüstungsunternehmen Thales und Leonardo.
Airbus-Grafik: ExoMars-Plattform bei der Landung auf dem Mars
Foto: Airbus / dpa