Das Genossenschaftsprojekt von Fußball-Bundesligist FC St. Pauli hat ein neues Mitglied: Uli Hoeneß. Wie St. Pauli mitteilte , zeichnete Bayern Münchens Ehrenpräsident Anteile an der Genossenschaft des Hamburger Klubs. Am Samstag (15.30 Uhr; TV: Sky) ist der St. Pauli zum Bundesligarückspiel in München zu Gast.
Bei der Vertragsunterschrift trug Hoeneß, 73, ein Unterstützer-T-Shirt mit der Aufschrift »Jetzt Genoss*in werden!«. St. Paulis Präsident Oke Göttlich betonte das »von Respekt geprägte« Verhältnis der beiden Klubs und freute sich über die Unterstützung Hoeneß’. Der langjährige FCB-Manager ist nun einer von nach Vereinsangaben mehr als 19.000 Menschen, die Teil der Genossenschaft sind.
Der FC St. Pauli und Hoeneß pflegen seit Längerem ein freundschaftliches Verhältnis. Im Jahr 2003 traten die Bayern zum sogenannten »Retterspiel« am Millerntor an, um die finanziell angeschlagenen Hamburger zu unterstützen. St. Pauli nahm damals rund 200.000 Euro ein, die Münchner verzichteten auf Einnahmen. »Aus Retter wird Genosse«, schrieb St. Pauli nun.
Ein einzigartiges Projekt
Ende 2024 hatte der FC St. Pauli die »Football Cooperative Sankt Pauli 2024 eG« gegründet und damit einen im deutschen Profifußball einzigartigen Finanzierungsweg eingeschlagen. »Wir sind nicht auf die Idee angewiesen, sie macht uns aber handlungsfähiger«, hatte Vereinspräsident Göttlich damals der »Tagesschau« gesagt .
Im Februar bezeichnete Göttlich die Genossenschaft als »Erfolgsgeschichte«. Sie könne inzwischen die Mehrheit am Stadion übernehmen. »Der FC St. Pauli als eingetragener Verein hat mit der eingetragenen Genossenschaft nun eine starke Schwesterorganisation an seiner Seite, die den Verein fördert, unterstützt sowie Optionen für die Zukunft und weitere Projekte eröffnet«, sagte Göttlich.
Noch bis Ende März können die Anteile für 850 Euro gezeichnet werden. St. Pauli will »so nah wie möglich« an die angepeilte 30-Millionen-Marke herankommen. Bislang sind Anteile im Wert von 23,5 Millionen Euro erworben worden.