FC Bayern droht Kanadas Verband mit juristischen Schritten

Bayern Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hat dem kanadischen Fußballverband wegen der schweren Verletzung von Alphonso Davies mit dem Rechtsweg gedroht. »Wir fordern von Canada Soccer eine lückenlose Aufklärung der Abläufe und behalten uns juristische Schritte ausdrücklich vor«, sagte Dreesen der »Bild«-Zeitung.

Davies, der seinen auslaufenden Vertrag in München im Februar bis 2030 verlängert hatte, war unter Münchens Trainer Vincent Kompany auf der linken Abwehrseite bislang gesetzt.

»Einen offensichtlich verletzten Spieler mit einem angeschlagenen Knie ohne fundierte medizinische Abklärung auf einen zwölfstündigen Interkontinentalflug zu schicken, ist aus unserer Sicht grob fahrlässig und ein klarer Verstoß gegen die medizinische Sorgfaltspflicht«, führte der Bayern-Boss weiter aus.

Auch Sportdirektor Christoph Freund kündigte am Freitag eine »lückenlose Aufklärung« an. »Wie das abgelaufen ist, war nicht korrekt. Es war grenzwertig und fahrlässig«, sagte er: »Wir sind der Arbeitgeber und zahlen auch die Spieler, deshalb werden wir dem nachgehen.«

Erst Entwarnung, dann bittere Diagnose

Linksverteidiger Davies hatte sich im Spiel um Platz drei der Concacaf Nations League gegen die USA (2:1) das Kreuzband gerissen. Zunächst hatte Canada Soccer Entwarnung gegeben. Davies war am Montag nach München zurückgeflogen, wo bei einer Untersuchung die schwere Verletzung diagnostiziert worden war. Er fällt voraussichtlich sechs bis acht Monate aus.

Der Einsatz von Davies, der vor der Partie schon über muskuläre Probleme geklagt hatte, sei »in einem sportlich unbedeutenden Spiel aus unserer Sicht in keiner Weise nachvollziehbar«, sagte Dreesen: »Phonzy (Spitzname Alphonso Davies) trifft keine Schuld – er ist Kapitän, er will Verantwortung übernehmen. Aber gerade weil Kanada als WM-Gastgeber ohnehin für die WM 2026 qualifiziert ist, darf man bei einem Führungsspieler wie ihm kein gesundheitliches Risiko eingehen.«

Dreesen hätte die Spieler am liebsten nur für sich

Der Ausfall von Davies treffe den deutschen Rekordmeister »sehr hart. Auch wenn wir ihn personell auffangen können, ist es sportlich ein schwerer Schlag für den FC Bayern«, sagte Dreesen, der zu dieser Phase am liebsten gar keine Spieler abstellen würde. »Unabhängig vom Einzelfall zeigt sich erneut, wie risikobehaftet die März-Abstellperiode für Klubs in der Saison-Endphase ist.« Die Bayern seien durch die Verletzungen von Davies und Abwehrchef Dayot Upamecano »in ganz besonderem Maße betroffen«.

Wann diese Länderspiele sonst ausgetragen werden sollen, sagte Dreesen nicht.

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