Das deutsche Duo Minerva Hase und Nikita Wolodin hat bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in den USA Silber geholt und Gold nur hauchdünn verpasst. Die beiden 25-Jährigen zeigten im Paarlauf-Wettbewerb eine nahezu perfekte Kür und kamen insgesamt auf 219,08 Punkte.
Den Titel in Boston gewannen die Japaner Riku Miura/Ryuichi Kihara (219,79 Punkte), die sowohl im Kurzprogramm als auch in der Kür kaum eine Schwäche zeigten. Den dritten Platz belegten Sara Conti/Niccolò Macii (210,47 Punkte) aus Italien.
0,71 Punkte fehlen zu den Weltmeistern
Die Europameister hielten dem Druck bei einem wichtigen Wettbewerb wieder einmal stand und zeigten vor den Augen der zweimaligen Olympiasiegerin Katarina Witt eine mitreißende Kür, die beinahe mit Gold gekrönt worden wäre.
Es wäre der erste deutsche WM-Titel seit sieben Jahren gewesen, als Aljona Savchenko und Bruno Massot ebenfalls im Paarlauf in Mailand triumphierten. Auf Nachfolger müssen sie weiter warten, weil sich Hase/Wolodin in einem Eiskunstlauf-Krimi um gerade einmal 0,71 Punkte den siegreichen Japanern Miura und Kihara geschlagen geben mussten.
»Schade, dass es ganz knapp war«, sagte Hase, die sich nach der nahezu perfekten Darbietung vollkommen entkräftet mit dem Rücken auf die Eisfläche legte. »Es war ein Mix aus: Die Saison ist vorbei, wir haben eine super Kür hingelegt«, sagte die 25-Jährige. Sie habe den Moment so einfach am besten genießen können.
Mit persönlicher Bestleistung zur zweiten WM-Medaille
Mit 219,08 Punkten stellten Hase und Wolodin bei der WM eine persönliche Bestleistung auf. Nachdem die beiden nach dem Kurzprogramm noch auf dem dritten Platz gelegen hatten, zeigten sie in Boston die bislang beste Kür ihres Lebens und verdrängten die Italiener Conti und Macii auf Rang drei. Um die Konkurrenz aus Japan zu überholen, reichte es aber nicht ganz.
Für das in Berlin trainierende Duo ist die Silbermedaille das zweite WM-Edelmetall nach Bronze im vergangenen Jahr. «Die Tendenz geht nach oben«, sagte Hase. Der Fokus in der kommenden Saison liegt aber nicht auf der WM, sondern auf den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo.
Zwei Olympia-Quotenplätze im Paarlauf
Auf sportlicher Ebene gibt es auf dem Weg zu Olympia keine Hürde mehr, nachdem die Deutsche Eislauf-Union (DEU) nach den WM-Ergebnissen zwei Quotenplätze sicher hat. Neben dem Erfolgspaar wird die DEU wohl auch mit Annika Hocke und Robert Kunkel planen, die in Boston auf einem enttäuschenden 18. Platz landeten.
Doch um bei Olympia dabei zu sein, müssen Hase/Wolodin noch ein ganz anderes Problem lösen. Dem in Russland geborenen Wolodin fehlt nämlich der deutsche Pass. Und dieser ist notwendig, um an dem Großereignis in knapp zehn Monaten teilnehmen zu dürfen. Die Zeit drängt also.
Deutschtest als größte Hürde auf dem Weg zu Olympia
Die größte Hürde dabei: der obligatorische Deutschtest. Ähnlich erging es schon Massot vor den Spielen 2018.
Am Ende stand für ihn und Savchenko in Pyeongchang der Olympiasieg.
Die Weltmeister Riku Miura und Ryuichi Kihara
Foto: Raniero Corbelletti / AFLOSPORT / IMAGOMinerva Hase und Nikita Wolodin warten auf die Wertungen
Foto: Brian Fluharty / Imagn Images / IMAGO