NRW-Innenminister Reul kritisiert Choreografie der Kölner Fans

Eine Fan-Choreografie vor dem Rheinderby in der Zweiten Fußball-Bundesliga hat scharfe Kritik aus der Politik nach sich gezogen. »Wir bekämpfen jeden Tag Messergewalt auf der Straße und im Stadion wird mit einem solchen Bild provoziert«, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) dem »Kölner Stadt-Anzeiger« .

Vor dem Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf (1:1) war auf einem riesigen Banner ein Mann mit FC-Logo auf seiner Krawatte zu sehen gewesen, der Glücksgöttin Fortuna ein Messer an den Hals hielt. Darunter stand der Spruch: »Glück ist kein Geschenk der Götter«. Über die Lautsprecher lief dazu ein hämisches Lachen.

Der Verein um Sport-Geschäftsführer Christian Keller hatte von der Aktion gewusst und diese im Vorfeld genehmigt. Man habe trotz des Messers darin »keinen Aufruf zur Gewalt gesehen«. »Wir konnten mit dem Motiv leben, schön haben wir es nicht gefunden«, sagte der 46-Jährige: »Man kann über das Motiv kräftig streiten. Für mich ist das einfach die Rivalität zwischen zwei aktiven Fanszenen.«

Kritik auch von der Oberbürgermeisterin

Reul dagegen zeigte sich entsetzt: »Ich erwarte da von den Verantwortlichen des Vereins, dass sie auch einschreiten. Stattdessen wird die Sache auch noch heruntergespielt. Das ist der nächste Skandal.«

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die 2015 Opfer einer Messerattacke geworden war, kritisierte die Choreografie ebenfalls. »Die Oberbürgermeisterin und die Stadt Köln haben das Banner-Motiv und die Äußerungen der Geschäftsführung des 1. FC Köln mit gewissem Befremden zur Kenntnis genommen«, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. »Wer ein solches Motiv billigt, zeigt seine Ignoranz gegenüber unserer aktuellen gesellschaftlichen Situation.«

FC-Sport-Geschäftsführer Christian Keller: »Für mich ist das einfach die Rivalität zwischen zwei aktiven Fanszenen«

Foto: Maximilian Koch / IMAGO

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